Wein und Rebsorten

Wein und Rebsorten

Für die Produktion von Armagnac dürfen laut AOC zehn unterschiedliche Rebsorten verwendet werden. In Gebrauch sind allerdings quasi nur vier davon: Ugni Blanc, Baco, Colombard und Folle Blanche.

Die weiteren sechs machen in Summe weniger als 1% der Rebstöcke aus: Plant de Graisse, Clairette de Gascogne, Jurançon Blanc, Meslier Saint François, Mauzac Blanc und Mauzac Rosé.

Insgesamt sind im Gebiet des AOC 5513ha für den Anbau von Rebstöcken vorgesehen. Allerdings werden aktuell nur 2238ha für Armagnac genutzt. Die restliche Fläche wird für Côtes de Gascogne Weine, Floc de Gascogne (ein lokaler Likörwein) und andere Produkte verwendet. In jedem Jahr müssen sich die Weingüter bis Ende Juli entscheiden, wie viel ihrer Fläche im nächsten Jahr für Armagnac verwendet werden soll. 

Auf den 2238ha verteilen sich die Rebsorten wie folgt:

  • Ugni Blanc: 1092ha (48,8%)
  • Baco: 626ha (27,9%)
  • Colombard: 395ha (17,6%)
  • Folle Blanche: 107ha (4,7%)
  • Andere: 18ha (0,8%)

Wie in Cognac hat auch hier Ugni Blanc die größte Verbreitung. Der Anteil ist mit knapp 50% aber deutlich kleiner als in Cognac mit dominierenden 98%.

In den letzten Jahrzehnten ist die für Armagnac aktiv genutzte Fläche immer weiter zurück gegangen: 1995 waren es noch 11.007ha.

Weinberge

Weinberge in Armagnac sind im Gegensatz zu vielen deutschen Pendants keine wirklichen Berge oder steile Hänge, sondern eher Weingärten oder Weinhügel. 

Der Abstand zwischen zwei Reihen Reben darf im "Weinberg" maximal 3,50m betragen und es müssen pro Hektar mindestens 2.200 Rebstöcke gepflanzt sein.

Der Beschnitt der Reben muss mindestens einmal im Jahr erfolgen. Folgende zwei Methoden sind zulässig:

  • Kordon-Schnitt
  • Guyot-Schnitt (einfach oder doppelt)

Der Wein

Direkt nach der Ernte werden die Trauben gepresst und anschließend fermentiert. Hierbei dürfen nur Trauben zusammen verarbeitet werden, die aus der gleichen Ernte stammen.

Der fertige Wein ist sehr sauer und durch die Feinhefe sehr trüb. Zusammen mit dem niedrigen Alkoholgehalt von üblicherweise 8% bis 10% ist er bestens für die Destillation geeignet. Den puren Genuss würde ich aber nicht unbedingt empfehlen, wenn man nicht auf Center Shock Kaugummis steht. ;)

Nach AOC muss der Wein folgende Eigenschaften besitzen:

  • einen Säuregehalt von höchstens 14,28 Milliäquivalenten pro Liter (0,70g H2SO4 pro Liter)
  • maximal 20 Milligramm Schwefeldioxid (SO2) pro Liter (Trauben, Most und Wein dürfen nicht extra geschwefelt werden!)
  • einen natürlichen Alkoholgehalt zwischen 7,5% und 12%. Die uns bekannten Weingüter stellen allerdings einen Wein von bis zu 10% Alkohol her.

Der zulässige jährliche Ertrag beträgt 120 Hektoliter Wein pro Hektar bei einem Alkoholgehalt von 10%. Die produzierten Mengen, die diesen maximal zulässigen Jahresertrag überschreiten, müssen vernichtet werden. Üblicherweise liegen die Mengen bei ca. 100 Hektoliter Wein pro Hektar.

Die Weine werden ohne Grobhefe (Grobtrub) destilliert, müssen aber Feinhefe (Feintrub) enthalten.

Folle Blanche

Colombard

Baco

Ugni Blanc

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Quellen für Fotos und Statistiken: BNIA, 2021.


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